Kurzbericht über die Maßnahme 2005:
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In diesem Jahr wurden folgende Begegnungen mit unserer Partnerschule, der Assomption Bellevue in La Mulatière / Sainte Foy lès Lyon durchgeführt:
- Betriebspraktika von
6 Studentinnen des CI (Commerce International) BELLEVUE vom 02. Mai - 10. Juni 2005 in Unternehmen in Limburg und Umgebung - Betriebspraktika von
8 Schülerinnen unserer 'Zweijährigen Berufsfachschule, die auf einem Mittleren Abschluss aufbaut', Ausbildung zur 'Staatlich geprüften kaufmännischen Assistentin, Fachrichtung: Fremdsprachensekretariat' vom 04. Juli bis 30. Juli 2005 in Sainte Foy / Großraum Lyon (u.a. im Bürgermeisteramt, MJC und der OFTA von Ste Foy)

Das Alter der französischen und deutschen Praktikantinnen betrug 17 - 25 Jahre. Wie bei den Maßnahmen der Vorjahre war das Ziel des Praktikums (neben den entscheidenden interkulturellen Lernzielen), die diversen Lernfelder des Ausbildungsgangs im beruflichen Kontext des Zielsprachenlandes umzusetzen und dabei die Praxis in Büro und Sekretariat in deutschen und französischen Betrieben kennen zu lernen sowie die vorhandenen Kenntnisse in der jeweiligen Sprache des Gastlandes in sozialen und betrieblichen Situationen aktiv anzuwenden und zu vertiefen. Bei seinem Besuch in Ste Foy vom 9. bis 12. Juli 2005, bei dem es auch zu einem Empfang im Rathaus kam ( M. Charrié als 'Maire adjoint délégué à la Vie Culturelle et Internationale', Vertreter der heimischen Wirtschaft, Gasteltern sowie dt. und frz. Praktikantinnen und am Austausch beteiligte Pädagogen), konnte sich OStR K. Kreis in Begleitung von Frau Dazin und Herrn Charrié persönlich von der guten Aufnahme der deutschen Schülerinnen überzeugen. Es liegt auf der Hand, dass nicht in allen Betrieben/Institutionen manche hochgesteckte Erwartung voll umgesetzt werden konnte, jedoch ist erneut zu bemerken, dass der angemessene Einsatz im Betrieb jeweils abhängig ist von der persönlichen, fachlichen und vor allem sprachlichen Qualifikation der einzelnen Praktikantin. Wie aus den diversen Praktikumsberichten mit insgesamt positiver beidseitiger Resonanz hervorgeht, wurden die Praktikantinnen mit dem notwendigen Engagement und sachkompetent seitens der Verantwortlichen im Betrieb im Rahmen der oben dargelegten Bedingungen angeleitet und hatten - wie in den Jahren zuvor - die Gelegenheit z.B. Informationen/Daten zu erfassen, bearbeiten und darzustellen, in den verschiedensten Sektionen eines Betriebs einen Einblick zu erhalten (Produktion, Kundenbetreuung, Sekretariat, Marketing etc.) und dort unterstützend tätig zu sein, typische Arbeiten im Sekretariat medienkompetent zu organisieren, nach Maßgabe ihrer persönlichen und sprachlichen Kompetenz eigenständig Projekte zu planen und durchzuführen, geläufige internationale Geschäftskorrespondenz und diverse leichtere Übersetzungsarbeiten zu tätigen und die spezifische deutsche und franz. Unternehmenskultur zu erkunden. Das Spektrum der Tätigkeiten und Anforderungen unserer Schülerinnen in Frankreich war auch in diesem Jahr relativ breit angelegt (von der Arbeit in einer Organisation für die Betreuung älterer Mitbürger (OFTA Ste Foy) oder dem Umgang mit Jugendbetreuung und Erwachsenenbildung im MJC Ste Foy zu anspruchsvollen Aufgaben im Bankensektor (Auslandsinvestitionen) und der ökologischen Entsorgung von Alt- und Unfallfahrzeugen, über die nunmehr schon klassische Praktikumstätigkeit in einem französischen Rathaus (Ste Foy, Saint-Clair-de la Tour, Tassin-la-Demi-Lune) bis hin zur vielseitigen Tätigkeit in einem modernen frz. Industriebetrieb), was mit dem erneuten differenzierten Charakter der diesjährigen Praktikumsplätze zusammenhing. Auf sozialer Ebene bot der Aufenthalt in Frankreich parallel wiederum Gelegenheit, in der französischen Familie des Partnerschülers zu leben sowie Kontakte zu den Mitarbeitern der jeweiligen Betriebe und zu französischen Jugendlichen zu knüpfen (Vertiefung der sozialen und kommunikativen Kompetenz, Bewältigung von Konflikten im personellen Spannungsfeld). Aus den z.T. sehr persönlich geschilderten Praktikumsberichten für das DFJW geht hervor, dass die mit dem Praktikum im Großraum Lyon verbundene Vernetzung interkultureller, beruflicher und schulischer Lernprozesse und das damit einhergehende vertiefte gegenseitige Kennenlernen und Verstehen des jeweils "anderen" vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung der Europäischen Gemeinschaft und der Internationalisierung des täglichen Lebens nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Eindrucksvoll ist der Umstand, dass oft auf die weniger materiell orientierte franz. Lebensweise und die positivere Rolle der Familie in Frankreich hingewiesen wird. Dass die persönliche Kontaktaufnahme nicht ausschließlich über das soziale Netz der Gastfamilie laufen muss, zeigen die Berichte der in einer privaten Pension (Mme Barbier, Ste Foy lès Lyon) untergebrachten Praktikantinnen, die überhaupt keine Probleme zu haben schienen, in Sainte Foy mit gleichaltrigen Franzosen (und deren Familien) in freundschaftliche Beziehung zu treten. Wir sind den französischen Kollegen, insbesondere Herrn Charrié, einmal mehr sehr dankbar, dass sie im Falle des Überwiegens deutscher Praktikanten als Ausweichmöglichkeit kostenpflichtige Unterkünfte in Ste Foy mit einhergehender eigenständiger Verpflegung der Schülerinnen vermitteln. Herrn Charrié war es auch in diesem Jahr zu verdanken, dass drei Praktikumsplätze in Sainte Foy lès Lyon zur Verfügung gestellt werden konnten (OFTA, MJC, Rathaus).

Was die französischen Praktikantinnen anbelangt, ist - wie die Jahre zuvor - das besondere Engagement der Stadt Limburg zu erwähnen, das sich u.a. im schon zur Tradition gehörigen Empfang aller am Austausch beteiligten Schüler, Pädagogen und Vertreter der heimischen Wirtschaft seitens Bürgermeister Richards am 07. Juni 2005 im Limburger Rathaus manifestierte. Im Anschluss daran kam es in Anwesenheit Herrn Charriés zu einem gemeinsamen Essen der Beteiligten im Restaurant Europa, auf das eine informative Stadtführung in deutscher Sprache folgte. In persönlichen Gesprächen mit den sechs frz. Praktikantinnen sowohl vor Ort in den Betrieben und Institutionen als auch im privaten Rahmen konnten sich Frau Dazin und Herr Charrié bei ihren jeweiligen Besuchen in Limburg (Mitte Mai sowie Anfang Juni) vom Erfolg der diesjährigen Maßnahme und von der auch in diesem Jahr erfreulich engagierten und professionellen Betreuung seitens der Verantwortlichen ein Bild verschaffen. Überhaupt war es bei der diesjährigen Maßnahme gelungen, viele attraktive Firmen Limburgs als Partner zu gewinnen oder zu reaktivieren, was Anlass zu Optimismus für das kommende Schuljahr gibt. Die kontinuierliche Kontaktpflege der Peter-Paul-Cahensly-Schule und der Bekanntheitsgrad des Praktikumsaustauschs wirken sich offenbar positiv bei der Bereitstellung von Praktikumsplätzen aus, wobei in wirtschaftlich angespannten Zeiten natürlich immer wieder mit Rückschlägen zu rechnen und jedes Jahr erneut viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist.
Die Praktikantinnen und verantwortlichen Pädagogen ziehen insgesamt eine positive Bilanz, trotz z.T. auftretender sprachlicher Grenzen im beruflichem Alltag und einem immer noch nicht ausgewogenem Zahlenverhältnis zwischen deutschen und französischen Interessenten an berufsbezogenen Praktika. Besonders hervorzuheben ist jedoch das diesjährige Engagement auf franz. Seite, möglichst vielen deutschen Schülerinnen ein Praktikum zu ermöglichen sowie die deutlich höhere Zahl frz. Interessentinnen und deren ausgesprochen positives Auftreten in den Limburger Betrieben. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Gelder gilt darüber hinaus unser ausdrücklicher Dank dem Deutsch-Französischen-Jugendwerk (DFJW) für die finanzielle Unterstützung unserer Schülerinnen im Rahmen seines Förderprogramms, da angesichts der relativen hohen Miet- und Verpflegungskosten im Großraumraum Lyon ein rein privat finanziertes Praktikum hier kaum möglich ist.
Zum Abschluss noch ein paar Impressionen aus Frankreich: 


update: 5.11.2005, MS |